Der Erfolg der Schweizer Wirtschaft

Mit der Textilindustrie begann der wirtschaftliche Erfolg

Dass die Schweiz wirtschaftlich so erfolgreich ist, ist für viele selbstverständlich. Vergessen geht hierbei oft, dass unser Land bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr arm war und gar als "Armenhaus Europas" bezeichnet wurde. Mangelnde Bodenschätze, hindernisreiche Verkehrswege sowie eine grosse politische Zersplitterung der Kantone erwiesen sich als erhebliche Hemmnisse für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Viele Menschen sahen damals keine Chance auf Beschäftigung und Auskommen in unserem Land und sahen sich gezwungen, alles zurückzulassen und auszuwandern.

Wende mit Gründung des Bundesstaates

Die Gründung des Bundesstaats im Jahr 1848 verhalf zur Wende. Eine gemeinsame Verfassung trat in Kraft. Neu wurde die Handels- und Gewerbefreiheit garantiert. Währung, Masse und Gewichte wurden vereinheitlicht. Die Zölle innerhalb des Landes wurden abgeschafft. Damit war der Grundstein für die Entwicklung von der alten Eidgenossenschaft hin zum modernen Industrie- und Dienstleistungsstaat gelegt.

Textilindustrie und Uhrmacherei

In einem kleinen Land mit nur wenigen Rohstoffen wie die Schweiz, blieb den Unternehmern nichts anderes übrig, als aus Wenigem Wertvolles zu produzieren. so wurde in gewissen Regionen schon früh mit der Fabrikation von Uhren begonnen. In dieser Zeit gewann zudem die Textilindustrie an Bedeutung. Es gelang ihr, die technologischen Fortschritte der industriellen Revolution in die eigenen Produktions- und Verarbeitungsstrukturen zu integrieren.

Aus der Industrialisierung der Textilindustrie und dem feinmechanischem Know-how der Uhrmacherbetriebe gingen bald weitere Branchen hervor, welche die Schweizer Wirtschaft noch heute prägen. So entwickelte die Textilindustrie- zuerst nur für den Eigenbedarf - eine aktive Maschinenindustrie. Die Nachfrage nach Färbemitteln für die Textilien förderte die Entwicklung der chemischen Industrie. Schliesslich brauchte es Banken, welche all diese Aktivitäten finanzierten. 

Aufgrund der beschränkten Grösse des Binnenmarktes waren die Unternehmen in der Schweiz von Beginn weg exportorientiert. Zwar war die Konkurrenz auf den internationalen Märkten gross. Dank einer konsequenten Ausrichtung auf Nischenprodukte konnte sich unsere Industrie jedoch international behaupten. Dies gar gegenüber dem damaligen Weltmarktführer Grossbritannien.

Weiterführende Dokumente:

Auch ein Weltkonzern hat einmal klein angefangen