http://www.swissholdings.ch/en/publications/newsletter-archiv/newsletter-maerz-2011.html
Newsletter Juni 2011 |
|
Editorial
In der schweizerischen Steuerlandschaft ist einiges in Bewegung geraten. Dazu gehört auch die Verrechnungssteuer. Mit dem rekordhohen Satz von 35% macht sie Investitionen in Schweizer Anleihen für wichtige ausländische Investoren unattraktiv. Zusammen mit dem Emissionstempel verhindert sie insbesondere auch die Entwicklung eines international wettbewerbsfähigen Anleihensmarktes, und sie vertreibt die Konzernfinanzierungsaktivitäten ins Ausland. Der Bundesrat will dies ändern. Er schlägt dem Parlament für in der Schweiz ausgegebene Anleihen die Abschaffung des Emissionsstempels vor („Too-big-to-fail“-Vorlage) und will für die auf neue Anleihen entfallenden Zinsen zu einer Zahlstellensteuer übergehen. Von dieser wären nur noch natürliche Personen in der Schweiz betroffen (als Ersatz für die Verrechnungssteuer). Wir beurteilen dies als einen Schritt in die richtige Richtung, der im Interesse des Standortes rasch verwirklicht werden sollte. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre zu diesem und anderen Themen, die uns derzeit beschäftigen.
Herausgegeben von SwissHoldings |
50-Jahre OECD: Eine Organisation im stetigen WandelDie OECD feierte im Mai 2011 ihr 50-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Gründung entwickelte sich diese internationale Organisation enorm und richtete sich immer wieder neu aus. Aktuell ist es vor allem das rasante wirtschaftliche Wachstum vornehmlich der Schwellenländer, das sie herausfordert und vor neue grosse Aufgaben stellt. Mit ihren Standards, wie den jüngst überarbeiteten Empfehlungen für Multinationale Unternehmen (MNU), wagt die OECD die Flucht nach vorn... Schweiz darf Konzernfinanzierung nicht länger ins Ausland vertreibenIm Rahmen der „too-big-to-fail“-Vorlage will der Bundesrat den Schweizer Kapitalmarkt für alle Schweizer Unternehmen fördern. Mit der Abschaffung der Emissionsabgabe und mit einer möglichst einfachen, begrenzten Zahlstellensteuer anstelle der Verrechnungssteuer kann das angestrebte Ziel erreicht werden... EU-Steuerstreit: Die Kantone wappnen sichDer Entscheid des Bundesrates über das weitere Vorgehen im Konflikt mit der EU über die kantonalen Steuerregime steht noch aus. Derweil rüsten sich die Kantone für eine Zukunft ohne die gegenwärtigen Steuerregimes. Dabei zeichnet sich ein klarer Trend ab... „Abzocker“-Initiative: Fristverlängerung zur Ausarbeitung eines wirtschaftsverträglichen Gegenvorschlags nutzenIn der soeben zu Ende gegangenen Sommersession haben der National- und der Ständerat die Frist zur Behandlung der „Abzocker“-Initiative um nochmals ein Jahr verlängert. Die gesetzlich letztmals mögliche Fristverlängerung muss aus Sicht der Wirtschaft genutzt werden, um – endlich – einen wirtschaftsverträglichen Gegenvorschlag auszuarbeiten, so dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in einer Volksabstimmung zwischen echten Alternativen wählen können... Kapitaleinlageprinzip: An richtigem Volksentscheid festhaltenDas Kapitaleinlageprinzip, in der Volksabstimmung vom 24. Februar 2008 im Rahmen der Unternehmenssteuerreform II angenommen, ist jüngst wegen vermuteter „Steuerausfälle“ unter Druck gekommen. Der Bundesrat will Vorschläge unterbreiten, welche die Eigenkapitalbewirtschaftung für erfolgreiche Unternehmen massiv erschweren würden. Szenen einer fehlgeleiteten Diskussion mit grossem Schadenpotential... Die Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt im TrendDie Öffentlichkeit (Civil Society, NGOs) erwartet vermehrt von den Unternehmen, dass sie ein ganzheitliches Bild ihrer Tätigkeit vermitteln und auch über die nicht-finanziellen Auswirkungen ihres Handeln informieren. Mehrere Staaten haben auf diese Entwicklung reagiert und auf gesetzlicher Ebene eine Nachhaltigkeits-Reporting-Pflicht für die Unternehmen eingeführt. Freiwilligkeit und Flexibilität sind jedoch wichtige Voraussetzungen für die Sicherstellung einer hochwertigen Berichterstattung in diesem Bereich... Kartellgesetzrevision: Vorschläge zur Individualsanktionierung müssen überarbeitet werdenDer Bundesrat hat einen Vorschlag in die Vernehmlassung gegeben, wie die Motion Schweiger (Einführung von Individualsanktionen im Kartellrecht) auf Gesetzesstufe umgesetzt werden könnte. Leider überzeugen die Vorschläge des Bundesrates nicht... Vorankündigung: Tagung von SwissHoldings, Montag, 29. August 2011Publikumsgesellschaften und institutionelle Investoren – Ihr Verhältnis aus Corporate Governance SichtInstitutionelle Investoren wie Vorsorgeeinrichtungen, Anlage- oder Versicherungsfonds machen heute einen Grossteil des Aktionariats von Publikumsgesellschaften aus. Das hat zur Folge, dass sich zwischen den wirtschaftlich berechtigten Anteilseignern und den Gesellschaften eine Vielzahl von Intermediären etabliert hat. Es bedeutet auch, dass Investitionsentscheide und Aktionärsrechte vielfach von professionellen Vermögensverwaltern und nicht von denjenigen, die letztlich das wirtschaftliche Risiko tragen, wahrgenommen werden. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat anderseits weltweit dazu geführt, dass die Gesetzgeber und Regulatoren die Corporate Governance bei Publikumsgesellschaften verbessern wollen. Im Vordergrund steht dabei die Stärkung der Aktionärsrechte. Was bedeutet dies bezüglich der Rolle der institutionellen Investoren? Führt die fortschreitende „Separation of Ownership from Ownership“ zu einem weiteren „Principal / Agent“-Problem? Welche Herausforderungen stellen sich diesbezüglich? Ausgewiesene Fachleute aus dem In- und Ausland werden auf diese Fragen eingehen und Lösungsansätze diskutieren. Die Tagung richtet sich an die Führungskräfte von Unternehmen, sowie Vertreter von institutionellen Investoren und Stimmrechtsberatern. Wir bitten Sie höflich um Vormerkung des Datums. Wir werden Ihnen das Tagungsprogramm mit dem Anmeldeformular zu gegebener Zeit zustellen. Tagungsort: |

